BIO – das ist leider zu teuer. Oder doch nicht?

Mittel und Wege für eine (fast) kostenneutrale Umsetzung

Eltern fordern BIO-Essen für ihre Kinder in Schulen und Kitas ein, immer mehr Bundesländer empfehlen es oder schreiben bereits einen bestimmten Anteil vor. Gesundheit und Nachhaltigkeit sind die unschlagbaren Argumente dafür. Im Internet finden sich viele Informationen, wie BIO-Lebensmittel im Außer-Haus-Markt zum Einsatz kommen können. Die vier deutschen Öko-Verbände Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter, aber auch die Bundesländer geben viele Praxistipps. Hier finden Sie die hilfreichsten Webseiten, und die wichtigsten Inhalte dieser Seiten haben wir unten für Sie zusammengefasst.

Die besten Tipps zusammengefasst

Sollen Mahlzeitenpreise möglichst beibehalten werden, ist eine Änderung des Speiseplans eine wesentliche Voraussetzung, Mehrpreise für den Einkauf der BIO-Lebensmittel aufzufangen.

Damit einher geht die grundsätzliche Entscheidung, in welchem Umfang und wie BIO-Produkte Einzug in den Speiseplan erhalten sollen. Kaufen Sie nicht einfach Bio-Lebensmittel ein, sondern legen Sie sich ein Ziel fest, das Sie mit der Umstellung erreichen wollen. Dieses können Sie dann auch vorteilhaft an die Eltern, Schulträger und andere Interessensgruppen kommunizieren.

Ziele können sein:

  • einzelne Produkte bzw. Produktgruppen dauerhaft in BIO-Qualität, z.B. Eier, Kartoffeln oder Milchprodukte

  • regelmäßige Aktionstage oder Aktionswoche mit BIO-Lebensmitteln

  • ein BIO-Gericht pro Woche

  • eine Menülinie in BIO-Qualität (wenn mehrere Menülinien vorhanden sind)

Die Ziele können auch nacheinander aufgeschaltet und somit der BIO-Anteil Schritt für Schritt gesteigert werden.

Vor allem der erste Punkt, die dauerhafte Umstellung einzelner Produkte oder Produktgruppen, hat auch zwei praktische Vorteile: Sie können größere Mengen beziehen und kaufen somit günstiger ein. Und die getrennte Lagerhaltung zwischen BIO- und konventionell erzeugten Produkten wird erleichtert, wenn ein Produkt einen festen Platz im BIO-Lagerbereich hat.

Ein einfacher Einstieg kann sein, Produktgruppen umzustellen, die nur einen geringen Preisabstand zu konventionell erzeugten Lebensmitteln haben, wie zum Beispiel Gemüse, Nudeln, Reis oder Molkereiprodukte. Hier gelangen Sie zu unserem BIO-Sortiment.

BIO-Fleisch gehört zu den hochpreisigen Lebensmitteln. Deshalb ist eine Reduzierung der Angebotshäufigkeit und die Verkleinerung der Fleischportionen ein notwendiger Schritt, wenn Sie BIO-Fleisch anbieten wollen, ohne dass sich die Mahlzeitenpreise erheblich verteuern. Außerdem empfiehlt es sich Fleischgerichte zu bevorzugen, in denen der Fleischanteil rezepturbedingt eher gering ist (z.B. Bolognese-Sauce).

Das ist nicht nur kostengünstiger und nachhaltiger, sondern auch gesünder: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt im Rahmen der Qualitätsstandards für die Schulverpflegung bzw. für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder, maximal 2-mal wöchentlich Fleisch.

Desto attraktiver sollte natürlich das vegetarische Speisenangebot sein. Hier finden Sie vegetarische Ideen, die sich für die Kita- und Schulverpflegung besonders eignen. Einmal pro Woche sollte laut DGE auch eine Komponente dabei sein, die gezielt den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren deckt. Das geht hervorragend mit Lachs. Für nachhaltige Fischprodukte​​​​​​​ steht übrigens das MSC- und ASC-Siegel.

Bei der Optimierung des Speiseplans und der Rezepturen können diese beispielhaften 6-Wochen-Speisepläne Ideen liefern. Sie zeigen auch die ungefähren Kosten für BIO-Lebensmittel an.

Übrigens muss sich nicht jede Küche zertifizieren lassen, um BIO-Produkte zu verwenden und als solche kennzeichnen zu dürfen. Kitas und Schulen, in denen das Essen vor Ort zubereitet und lediglich für einen geschlossenen Benutzerkreis angeboten wird, stellen eine Ausnahme dar. Sie sind als „nicht gewerbsmäßig betriebene Einrichtung“ zu betrachten, denn die Essensteilnehmer treffen keine Kaufentscheidung, und deshalb unterliegen diese Küchen nicht der Kontrollpflicht. Dagegen müssen Cateringunternehmen, die Kitas und Schulen gewerbsmäßig mit BIO-Essen beliefern, am Kontrollverfahren teilnehmen, wenn sie das BIO-Angebot ausloben wollen.

Wenn Sie zu den Küchen gehören, die sich demnach zertifizieren lassen müssen, finden Sie hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum BIO-Zertifikat.

Lassen Sie sich abschließend von gelungenen Praxisbeispielen in Schulen und Kitas inspirieren und motivieren.